Update: Zehn Jahre nach unser Rumänien-Reise 2014 ist dieser Teil von meinem Reiseblog leider ziemlich veraltet. In der Hoffnung, dass ihr trotzdem noch ein paar Tipps für eure eigene Reiseplanung findet, lasse ich die ganze Chose online. Wir waren jedenfalls einen ganzen Monat im Land unterwegs. Unser Fokus lag dabei auf Siebenbürgen oder Transsilvanien. In diesem Beitrag gehe ich speziell auf die Situation der Unterkünfte ein. Bitte bedenkt, dass unsere Erfahrungen zehn Jahre her sind!
Die Rumänien-Artikel hier bei family4travel gehören zu den meistgeklickten Beiträgen. Das liegt sicher auch daran, dass andere Reiseblogger*innen noch nicht allzu viel über die Region berichtet haben. Dass Rumänien für viele Menschen immer noch terra incognita und mit vielen Vorurteilen verbunden ist, zeigt ein Blick in die Liste der Suchbegriffe, unter denen Ratsuchende das family4travel-Blog finden. Unangefochtener Spitzenreiter in dieser Statistik ist das Themenfeld, das um die Begriffe „Rumänien Urlaub gefährlich“ kreist. Dass diese Sorgen ziemlich unbegründet sind, habe ich in meinem entsprechenden Artikel ausführlich dargelegt: Wie sicher ist Rumänien als Urlaubsland?
Wer darüber nachdenkt, die üblichen Pfade des Tourismus zu verlassen und individuell nach Rumänien zu reisen, möchte vielleicht doch noch ein bisschen mehr über die Gepflogenheiten dieses Landes wissen. Also plaudere ich ein bisschen aus dem Nähkästchen. Hier verrate ich, was man von einer Ferienwohnung in Transsilvanien erwarten kann und wie man überhaupt eine findet.
Ferienwohnungen und Apartments in Rumänien
Wir haben Rumänien im Oktober 2014 rund vier Wochen lang bereist. Das war Teil unserer 11-monatigen Europareise mit unseren beiden Kindern im Grundschulalter. Dabei haben wir in Rumänien dank Couchsurfing meistens bei Familien gewohnt, was absolut großartig war. (Leider ist das Prinzip gegenseitiger Gastfreundschaft seit Corona praktisch tot.) Zu fünf Gelegenheiten haben wir aber auch kommerzielle Unterkünfte gemietet.

Ein bisschen windschief sind die Dinge in Rumänien oft, damit muss man schon rechnen (hier auf der Terrasse unserer Pension im Donaudelta).
Von Ferienwohnung bis Hotel
In Tureni bei Cluj Napoca haben wir nach längerem Suchen ein uriges, ganz familiäres Hotel gefunden. Im Donaudelta waren wir in einer kleinen Pension zu Gast, die wir über AirBnB ausfindig gemacht haben. In Bukarest haben wir eine Wohnung in einem Plattenbau über booking.com gebucht. Unsere wirklich schöne Ferienwohnung in Sibiu (ehemals Hermannstadt) haben wir über dasselbe Portal gefunden. Das gleich gilt für die in Timisoara, die übrigens bis heute in den familieninternen top five unserer Europareise-Unterkünfte rangiert.
Es ist kein Problem, familientaugliche Unterkünfte übers Internet zu finden. Generell gilt, dass AirBnB in Osteuropa entweder noch nicht so richtig Fuß gefasst oder sich jedenfalls eher zum Luxus-Anbieter entwickelt hat. Andere Buchungsportale bieten dort in der Regel günstigere Möglichkeiten und mehr fürs Geld. Wer genügend Zeit hat, sollte unbedingt vergleichen.
Vorbuchen oder spontan?
Einfach drauf los fahren und vor Ort spontan ein Zimmer oder eine Wohnung finden – das haben wir nicht ausprobiert. Madlen vom Reiseblog Puriy und Gerhard von Anders reisen haben damit im Donaudelta gemischte Erfahrungen gemacht. Wir haben etliche „Zimmer frei“-Schilder gesehen. Aber die Auswahl ist keinesfalls vergleichbar mit der Situation in Kroatien oder am Balaton.
Schwierig wird es übrigens, ein Apartment mit Spülmaschine zu finden. Die ist nämlich auf dem gesamten Balkan noch nicht so richtig angekommen. Auch in den privaten Wohnungen der Mittelklasse habe ich nirgendwo eine entdeckt.

Ein typisches Badezimmer für eine rumänische Unterkunft unserer Preisklasse (hier in Murighiol, Donaudelta). Klassiker: Kein Duschvorhang.
Hätte ich das mal vorher gewusst
Rumänien ist ein tolles Reiseland! Wir waren voller Vorurteile auf Abenteuer gefasst und dann beinahe ein bisschen enttäuscht, wie „europäisch“ und „gesittet“ es im östlichsten EU-Staat zugeht. So waren auch unsere größten Überraschungen im Hinblick auf unsere Unterkünfte allesamt positiv.
- In Rumänien (und Bulgarien) ist anscheinend auch in Ferienwohnungen ein eingeschränkter Roomservice üblich. Während wir davon ausgingen, dass die Räumlichkeiten für die Mietdauer unser Privatbereich sind, haben wir uns mehrmals erschreckt, wenn wir nach unserem Tagesausflug gemachte Betten, frische Handtücher und eine blitzblanke Küche ohne Abwasch vorfanden. Verlassen kann man sich darauf allerdings auch nicht.
- Ich bin es gewöhnt, Ferienwohnungen besenrein zu hinterlassen. Je nachdem, wie zufrieden ich mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis bin (und wie gut wir in der Zeit liegen), ziehe ich auch schon mal die Betten ab und räume das abgewaschene Geschirr ordentlich in den Schrank. In Rumänien habe ich in zwei von vier Fällen vom Vermieter irritierte Kommentare geerntet, dass am Abreisetag der Abwasch vom Frühstück schon erledigt war. Im dritten Fall war ich noch nicht fertig damit und wurde von der Vermieterin nachdrücklich daran gehindert, „ihre“ Arbeit zu erledigen. (Im vierten Fall hatten wir verabredet, den Schlüssel bei der Abreise stecken zu lassen.)

Familienzimmer: In unserem Hotel im Norden Transsilvaniens hatten wir ein Doppel- und ein Hochbett. Stilistisch ist der Geschmack oft ein anderer. Aber in Punkto Sauberkeit hatten wir zumindest im Inneren der Unterkünfte nie Beanstaltungen.
Ferienwohnungen in Rumänien – meine persönlichen Empfehlungen
Von den Unterkünften, in denen wir selbst gewohnt haben, möchte ich nur drei empfehlen.
Unsere Pension in Murighiol (Donaudelta) war zwar einerseits völlig in Ordnung und die Wirtsleute nett. Aber die Sprachbarriere war doch tricky und der Preis am Ende höher als unserer Meinung nach ausgemacht (und auch deutlich höher als in unseren anderen Unterkünften in Rumänien). Auf unserer Rechnung fanden sich einige Posten, die wir für inklusive gehalten und andernfalls nicht in Anspruch genommen hätten.
Und in Bukarest haben wir zu weit draußen gewohnt, als ich irgendjemandem raten würde. (Überhaupt würde ich eigentlich raten, wertvolle Rumänien-Urlaubstage nicht in der hässlichen Hauptstadt zu verplempern. Das Land hat so viele schönere Orte!)
Die folgenden drei Unterkünfte aber waren echt klasse!
Hotel Gold Fayen House in Tureni
Das sehr typische rumänische Dorf liegt auf der Strecke Budapest–Transsilvanien. Es ist ein idealer erster Zwischenstopp im Land. (Mit kleinen Kindern wird die Strecke allerdings doch recht lang. Wir haben gut sechs Stunden im Auto gesessen.)
Das Haus ist sauber und typisch rumänisch eingerichtet. Wir hatten ein Familienzimmer mit Doppel- und Etagenbett sowie eigenem Bad. Ein reichhaltiges Frühstück ist inklusive. (Das waren bei uns Pilzomelettes und Weißbrot mit Marmelade.) Auf Wunsch gibt es auch Abendessen. („Das, was da ist“. Wer früh dran ist, kann der Oma sogar noch beim Rupfen des hausgemachten Hühnerfrikassees zugucken.)
Parken an der Straße ist kein Problem. Der Hausherr bietet auch gern den eigenen Parkplatz hinterm Gartentor an. Die Tochter des Hauses spricht gut Englisch.
Kontakt: z.B. über booking.com oder direkt per Telefon: +40 741 119 833.

Ungeschminkt aus der Hüfte geschossen (wie eigentlich alles in diesem Reiseblog): Das familiäre Gold Fayen House in einer Seitenstraße von Tureni.
Charter Apartments in Sibiu
Sibiu (ehemals Hermannstadt) sollte bei keiner Rumänien-Rundreise fehlen! Die großzügig geschnittene 2-Zimmer-Wohnung im zweiten Obergeschoss hat uns fünf Tage lang eine ideale Basis zum Erkunden der schönsten Stadt Siebenbürgens geboten. Ein Auto ist allerdings Voraussetzung, denn bis zum Stadtzentrum fährt man ein paar Minuten. (Parkplatz auf dem Grundstück hinter Schloss und Riegel.) Das Apartment selbst ist hübsch eingerichtet und sehr gut ausgestattet. Zwei kleine Minuspunkte: Der Wohnbereich ist ziemlich dunkel, und es gibt – wieder mal – keinen Duschvorhang. Adina, die Vermieterin, spricht gut Englisch. Wenn ich mich recht erinnere, spricht ihr Mann sogar Deutsch. Uns hat der Spaß pro Nacht 35 Euro gekostet (im Oktober 2014).
Kontakt: www.charterapartments.ro – apartmentcharter@yahoo.com.
Ferienwohnung „City Inn Residence Villa“ in Timisoara
[Diese Ferienwohnung gibt es leider nicht mehr.] Die Stadt unweit der ungarischen und serbischen Grenze ist auf jeden Fall einen Abstecher wert. Als wir dort waren, wurde unheimlich viel gebaut. – Inzwischen ist Timisoara bestimmt richtig schick und en vogue. Mit 50 Euro pro Nacht (oder 60, wenn man über airBnB bucht) ist unsere Ferienwohnung für rumänische Verhältnisse kein Schnäppchen. Dafür gibt es auch zwei große Schlafzimmer mit eigenem Bad. (Eins davon hat eine „Spaßdusche“ mit bunter LED-Beleuchtung, wovon die Jungs heute noch schwärmen.) Das Wohnzimmer sieht aus wie aus einem Möbelhauskatalog. Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Der Vermieter – Aurel – spricht sehr gut Englisch und sogar ein bisschen Deutsch. Die Wohnung liegt sehr ruhig, ein bisschen außerhalb des Zentrums. Es gibt einen Parkplatz hinterm Hoftor.

Zu wenig Fotos gemacht: Das Apartment in Timisoara hat uns richtig gut gefallen, aber irgendwie hab ich nur dieses nichtssagende Wohnzimmerfoto. (Und natürlich einen Haufen von verrückten Jungs inmitten von Unordnung, aber die sind nicht internetfähig. ;) )
Mehr Tipps für Reisen nach Rumänien
Über unsere Rumänien-Reise 2014 habe ich folgende weitere Erfahrungsberichte hier in meinem Reiseblog veröffentlicht:
- Familienreisen: Rumänien mit Kindern
- FAQ: Rumänien-Reisen (mit Familie)
- Erfahrungsbericht: Wie sicher ist Rumänien als Urlaubsland?
- Transsilvanien: Das etwas exotischere Reiseziel für den Familienurlaub
- Bukarest – oder auch nicht
- Momentaufnahme: Die Synagoge von Targu Mures
Mehr von unseren Rumänien-Erfahrungen
Und über unsere 11-monatige Reise habe ich ein ganzes Buch geschrieben: „Die Entdeckung Europas“. In 42 in sich geschlossenen Kapiteln stehen dort die persönlichen Begegnungen und das „gefühlte Reisen“ während unseres Langzeit-Roadtrips im Mittelpunkt. Rumänien widme ich gleich drei Kapitel: eins über unsere Couchsurfing-Abenteuer bei vier verschiedenen Familien in Transsilvanien, eins über unser Bukarest-Debakel und eins über unseren Besuch im Donaudelta.
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Transparenz-Hinweis: Ich empfehle diese Unterkünfte, weil ich sie empfehlenswert finde. Ich bekomme nichts dafür. Falls wirklich jemand aufgrund dieses Beitrags dort bucht, würde ich mich freuen, wenn ihr den Vermietern viele Grüße von uns ausrichtet! :)
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Danke für den „Tip“ bezüglich Bukarest. Hab ich in dieser Klarheit noch nirgends gelesen.
Oje, diesen Artikel muss ich wirklich mal überarbeiten. Danke fürs Ausgraben! :) (Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass ich wirklich unbedingt mal wieder nach Rumänien möchte. So ein tolles Reiseland! Bestimmt hat sich inzwischen noch mal viel getan.)