Regensburg zählt zu den schönsten Städten Bayerns. Die Unesco hat die Altstadt mit der Steinernen Brücke und der Donau-Insel Stadtamhof als Weltkulturerbe eingestuft. Wie viele, viele andere Gäste sind auch wir ganz angetan von dieser hübschen Stadt im angenehmen Format. Das Protokoll eines schönen Tagesausflugs nach Regensburg mit Kindern.

Diesen Reisebericht über Regensburg mit Kindern habe ich im September 2014 geschrieben. 2024 habe ich die Fakten überarbeitet und aktualisiert.

Familienausflug nach Regensburg

Es muss nicht immer unbedingt ein ausgeklügeltes Programm geben für den Familienausflug. Klar ist es schön, wenn tolle Ausflugsziele locken. Es ist aber auch völlig in Ordnung, gemeinsam eine Stadt ohne weitere Vorbereitung zu erkunden. So haben wir es mit unseren Kindern in Regensburg gemacht. Acht Stunden, einen ganzen Tag also, haben wir uns durch die wunderschöne Welterbe-Stadt treiben lassen.

Dabei haben sind uns viele tolle Sehenswürdigkeiten begegnet. Das Wichtigste haben wir so gesehen. Ein paar schöne kleine Entdeckungen links und rechts des Weges haben wir auch gemacht. Weil uns mit dieser Herangehensweise doch einiges durch die Lappen gegangen ist, verlinke ich am Ende des Artikels auf einige andere Reiseblogs, die noch mehr Erfahrungen aus Regensburg zu bieten haben.

regensburg mit kindern entdecken

Regensburg bietet auch für Kinder spannende Anblicke. Dieses Foto stammt übrigens von der Kamera des siebenjährigen Silas.

WERBUNG: Schnitzeljagd durch die Speicherstadt mit StadtLandTour

Dieser Absatz ist nachträglich eingefügt: Bei unserem Städtetrip nach Stralsund haben wir die Schnitzeljagden von StadtLandTour kennengelernt. Eine solche interaktive Stadtrallye für Kinder gibt es auch für Regensburg. Die Touren sind für das Grundschulalter bis etwa zwölf Jahre konzipiert und bringen der gesamten Familie Spaß und Hintergrundwissen beim Sightseeing in der jeweiligen Stadt. Wir haben im Laufe der Jahre mehrere solcher Aktionen ausprobiert. Die Aufgabenkarten zum Anfassen von StadtLandTour gefallen uns am besten. Besonders schön ist hier die Möglichkeit zur vollen Flexibilität: Die Rätsel unterwegs zu lösen, macht natürlich am meisten Spaß – aber wenn ihr aus irgendeinem Grund während eures Städtetrips nicht dazu kommt, schafft ihr den Rest auch von zu Hause aus. Alle Aufgaben sind so konzipiert, dass ihr das finale Lösungswort findet, ohne vor Ort sein zu müssen. Mehr über diese Art der Stadtrallye schreibe ich in meinem Stralsund-Artikel. Und mit diesem Affiliate-Link* gelangt ihr direkt zur Bestellmöglichkeit. (Und ich bekomme eine kleine Provision, wenn ich euch mit meiner echten Begeisterung überzeugt habe. :) )

10 Uhr: Regensburger Dom

Von unserem Parkhaus schlendern wir Richtung Altstadt. Gleich als erstes stolpern wir über den imposanten Dom. Schon um das Jahr 700 soll hier eine erste Kirche mit Bischofssitz gestanden haben. Das macht Regensburg zu einem der ältesten Bistümer im deutschen Raum. 1273 begann der Bau der Kathedrale im gotischen Stil. Nach rund 250 Jahren war das Werk dann auch endlich vollbracht.

Unsere Jungs im Grundschulalter, beide Kunstbanausen, stehen ehrfurchtsvoll vorm Hauptportal und bewundern die reichen Verzierungen. „Das muss ganz schön Arbeit gemacht haben“, stellt Janis trocken fest.

Innen suchen wir den lachenden Engel. Der kleine Wicht soll so etwas wie die geheime Hauptattraktion sein. Die Jungs finden noch spannendere Sachen. Beispielsweise sehen wir uns in der Bischofsgrablege konservierte Menschenknochen an. Und wir fragen uns vergeblich, was es wohl mit dem Brunnen mitten in der Kirche auf sich hat. Schade, dass es – zumindest auf den ersten Blick – keine Informationsangebote für individuelle Besuchende gibt.

Wir liebäugeln mit der Führung, die an jedem Werktag um 12.30 Uhr (und noch einmal täglich um 14:30 Uhr) beginnt. Weil wir uns nicht sicher sind, ob die Jungs heute 75 Minuten Kirchengeschichte aushalten, entscheiden uns dann aber doch dagegen. Stattdessen lassen wir einfach nur die imposanten Säulen und das 32 Meter hohe Kirchenschiff auf uns wirken.

Der Regensburger Dom gehört zu den imposantesten Kirchen Deutschlands. Die Details im Eingangsportal künden von der Pracht im Inneren.

Der Regensburger Dom gehört zu den imposantesten Kirchen Deutschlands. Die Details im Eingangsportal künden von der Pracht im Inneren.

Alle Infos zur Dombesichtigung und den Führungen gibt es auf der Website von St. Peter.

11 Uhr: Chillen an der Donau

Wir erreichen das Ufer der Donau und lassen uns auf eine Bank fallen. Zum ersten Mal seit Tagen ist es sonnig. Wir genießen das Wetter, indem wir faul dem Fluss beim Fließen zusehen. Ich hätte es ja nicht gedacht, aber tatsächlich ist heute selbst das eine Attraktion mit Kindern in Regensburg.

Normalerweise hätten wir von hier auch prima das Wahrzeichen der Stadt im Blick: die Steinerne Brücke. Die aber ist im Moment (2014) fast komplett eingerüstet. Macht nichts, die Jungs finden die Bauarbeiten ohnehin interessanter als eine uralte Steinbrücke. Auch sonst gibt es einiges zu gucken auf dem Wasser. Immerhin ist die Donau nach der Wolga der zweitlängste Fluss Europas.

Immer wieder gleiten Schiffe an uns vorbei. Gerade sind es vor allem kleine Motorboote. Aber auch große Flusskreuzfahrer müssen dabei sein, wie uns die zahlreichen Menschengruppen mit entsprechenden Kreuzfahrt-Insignien überall in der Stadt vermitteln.

Ein Schiff liegt vor Anker, das Silas’ Aufmerksamkeit erregt. „Schifffahrts-Museum“ buchstabiert der Erstklässler sich mit großer Ausdauer zusammen. „Können wir da rein?“

Martin und ich wiegeln ab. Ein Schifffahrtsmuseum haben wir in Rostock bei Oma und Opa vor der Haustür. Dafür müssen wir nicht nach Bayern fahren. Wir versuchen, dem Kulturkind stattdessen das Historische Museum schmackhaft zu machen.

Aber der Kleine ist hartnäckig. Er fragt selbstständig an der Kasse nach den Eintrittspreisen und kommt mit stolzgeschwellter Brust zurück.

„Es kostet nur sieben Euro für uns alle!“, verkündet er. [2024 ist der Preis für eine Familie sensationellerweise noch derselbe! Alternativ gibt es auch eine Familienkarte als Kombiticket mit mit dem Brücktormuseum für acht Euro. Alle weiteren aktuellen Informationen findet ihr auf der Museums-Website.]

Martin und ich seufzen. Unsere Kinder mit Macht von einem Museumsbesuch abzuhalten, gehört nicht zu unserem Erziehungskonzept.

Schifffahrtsmuseum Donau, Regensburg mit Kindern

Kurios: Das kleine Schifffahrtsmuseum auf der Donau lag selbst zwölf Jahre auf dem Grund derselben.

12 Uhr: Schifffahrtsmuseum im Ex-Wrack

Wir bereuen diese Entscheidung nicht. Denn in dem kleinen Museum erfahren wir nicht nur etliches über die Eigenheiten der Donau-Schifffahrt. Wir dürfen auch das alte Dampfschiff selbst von oben bis unten erkunden.

Als die Ruthof 1923 in Dienst gestellt wird, treibt noch Kohlenfeuerung die zwei Schaufelräder links und rechts des Schiffes an. Der große Schornstein lässt sich abklappen, um unter den Brückenbögen durchzukommen. Im zweiten Weltkrieg lief das Schiff in Ungarn auf eine Mine auf und sank. Zwölf Jahre später wurde es gehoben, aufgemöbelt und fuhr noch etliche Jahre unter ungarischer Flagge. Ein Regensburger Förderverein rettete die Ruthof vor der Verschrottung und richtete in ihrem Rumpf das kleine Museum ein.

Modelle und andere Exponate vermitteln die Geschichte der lokalen Schifffahrt. Da geht es beispielsweise ums Treideln, und um die Tradition des Flößens. Die Jungs – vor allem der Maschinenbau-Ingenieur unter ihnen – begeistern sich für die alte Technik im Maschinenraum. Auch Mannschaftsquartiere und Kombüse sind durchaus einen Blick wert.

Ein echter Tipp für Regensburg mit Kindern!

Für die Mama gibt’s Texte und Exponate über die Geschichte der Donau-Schifffahrt, den Papa interessiert mehr die Technik des alten Dampfschiffs. Die Jungs hören sich ergeben die Vorträge beider Eltern an.

Blick in die Technik.

13 Uhr: Insel-Hopping

Heute erstreckt sich Regensburg auf beiden Seiten des großen Flusses. Ihre erste Karriere erlebte die Stadt bereits als Römer-Kastell. Damals und noch lange war sie auf die südliche Uferseite beschränkt. Mehrere Inseln erleichterten an dieser Stelle die Überquerung der Donau: die so genannten Wörthen. Auch hier siedelten sich bald Menschen an.

Die Steinerne Brücke sorgte für lukrative Handelswege. Sie ist seit 1146 begehbar und damit anscheinend die älteste Steinbrücke dieses Kalibers nördlich der Alpen. Auch die anderen Wörthen sind mit Stegen und Brücken untereinander verbunden.

Wir mäandern durch die engen Gassen, die fast durchgängig mittelalterlich anmuten. Gemeinsam mit den Kindern stellen wir uns dabei vor, wie es wohl wäre, in Regensburg zu wohnen.

In Regensburgs Altstadt lohnt sich immer ein Blick nach oben an den Häuserfassaden empor.

In Regensburgs Altstadt lohnt sich immer ein Blick nach oben an den Häuserfassaden empor.

14 Uhr: Mittagessen in Stadtamhof

Schließlich landen wir in Stadtamhof, der größten Donau-Insel. Bis der Europa-Kanal zur Umgehung der Brückenstrudel gebaut wurde, lag die Siedlung am Nordufer. Die bajuwarischen Herzöge lagen mit den bischöflichen Herrschern der Stadt sowie dem erstarkenden Bürgertum im Clinch. Daher gründeten sie die Stadt neben der Stadt. So konnten sie Regensburgs hohen Zöllen entgehen. Hier errichteten sie ihren eigenen Salzstadel. Das „weiße Gold“ war es vor allem, das für den Reichtum der Handelsstadt sorgte.

Uns treibt an diesem Tag der Hunger her. Etwas abseits des allgemeinen Tourismusgewusels erhoffen wir uns günstigere Mittagskarten. An Gastronomie herrscht in diesem Stadtteil jedenfalls kein Mangel. Auch qualitativ sind wir mit dem von uns erwählten Italiener völlig zufrieden. (Als Tagesgericht kosten Pizza, Pasta oder Salat inklusive kleinem Getränk 7,40 Euro [2014]. So bleibt Regensburg mit Kindern auch bezahlbar.)

Stadtamhof, die künstliche Donauinsel auf der anderen Seite des Flusses, ist zu Fuß über die Steinerne Brücke zu erreichen.

Stadtamhof, die künstliche Donauinsel auf der anderen Seite des Flusses, ist zu Fuß über die Steinerne Brücke zu erreichen.

15 Uhr: Welterbe Steinerne Brücke

Das Wunderbauwerk selbst ist derzeit, wie gesagt, aufgrund von Renovierungsarbeiten blickdicht verhüllt. Wir überqueren die Donau auf einer Behelfsbrücke dicht daneben. Dann begeben wir uns ins Besucherzentrum im alten Salzspeicher. Das informiert über die aktuellen Bauarbeiten, aber auch über das gesamte Weltkulturerbe und seine Geschichte.

Ein interaktives Modell zeigt die Entwicklung der Stadt im Lauf der Jahrhunderte. Nach der Gründung durch römische Legionen siedelten sich schnell Handwerk und Handel an der verkehrsgünstigen Mündung des kleinen Flusses Regen an. Im Mittelalter verfügte Regensburg bereits über 20.000 Einwohnende und war damit eine der größten Städte des Kaiserreichs. Die Blütezeit dauerte bis in die frühe Renaissance. Danach war es aber auch vorbei mit dem herausragenden Reichtum. Für uns ist das heute ein Glücksfall. Denn dadurch blieb das spätmittelalterliche Stadtbild erhalten und wurde nur sehr vereinzelt von modernerer Pracht verdrängt.

Wir lernen, welche Gefahren die Pfeiler der 14 Brückenbögen für die Schifffahrt mit sich brachten. Außerdem erfahren wir, wie die findigen Regensburger*innen die erhöhte Fließgeschwindigkeit gleich für sich nutzten, indem sie Mühlräder in der Donau installierten. Und wir hören, dass der 13. Brückenbogen als Hinrichtungsstätte für Kindsmörderinnen diente. Die Frauen wurden in einen Sack gesteckt und kurzerhand versenkt.

Die kostenlose Ausstellung informiert außerdem interaktiv über die insgesamt mehr als 900 anderen Welterbe-Stätten, die die Unesco ausgezeichnet hat (zum Beispiel Wismar, Hildesheim und die Wartburg, um willkürlich ein paar herauszupicken, wo wir auch schon waren). Ein durchaus lohnendes Stündchen lässt sich hier beim Besuch von Regensburg mit Kindern verbringen. Weiterer Pluspunkt: kostenlose, saubere Toiletten.

Regensburg mit Kindern, Welterbe Besucherzentrum

Interaktiv, interessant und dann auch noch kostenlos: Im Welterbe-Besucherzentrum lässt sich ein lohnendes Stündchen verbringen.

Aktuelle Infos zur Ausstellung gibt die Website des Infozentrums.

17 Uhr: Bummel durch die Altstadt von Regensburg

Richtig viel schöne Altstadt finden wir von der Steinernen Brücke kommend rechter Hand. Während sich auf den Donau-Inseln vor allem Handwerksfamilien ansiedelten, lässt sich hier der Reichtum der Regensburger Kaufleute erahnen. Im ewigen Zwist zwischen Kirche, Herzögen und Bürgertum erstarkte das Patriziertum im ausgehenden Mittelalter. Die Familien wurden so reich, dass sie die Stadt mit spektakulären Palästen und Wohntürmen pflasterten. Etliche davon sind heute noch zu sehen. Außerdem lohnt sich ein Bummel durch die vielen niedlichen Lädchen, Kneipen und Cafés.

Einer der schönsten Plätze, die wir in Regensburgs Altstadt gefunden haben: Der Innenhof der alten Bischofsresidenz mit dem Gänsepredigt-Brunnen.

Einer der schönsten Plätze, die wir in Regensburgs Altstadt gefunden haben: Der Innenhof der alten Bischofsresidenz mit dem Gänsepredigt-Brunnen.

Unser Fazit für Regensburg mit Kindern

Regensburg ist auch mit Kindern ein lohnendes Ziel für einen netten Tagesausflug. Die vielen engen Gassen und prächtigen Patrizierhäuser mit ihren reichen Details faszinieren auch Kinder und motivieren zum Stadtspaziergang.

In acht Stunden haben wir mit Sicherheit nicht alle Sehenswürdigkeiten der Stadt abklappern können. Aber wir hatten einen wunderschönen Tag in der Stadt an der Donau.

Und – noch mal kurz Werbung aus Überzeugung: Würden wir heute noch einmal einen Tagesausflug mit Kind nach Regensburg machen, würde ich eine Schnitzeljagd von StadtLandTour* einpacken. :)

Mehr Tipps für einen Tag in Regensburg

  • Layla von KiMaPa war mit ihrer Familie in Regensburg im Kurzurlaub in der Jugendherberge und hat dabei mit ihren Kindern auch die Umgebung erkundet.
  • Indoor-Tipps für Regensburg bei Regen gibt Ina alias Mutter Geisslein.
  • Wer mehr konkrete Tipps für Sehenswürdigkeiten in Regensburg haben möchte, wird zum Beispiel bei Tina und Manfred von urlaubsreise.blog fündig.
  • Noch mehr Regensburg-Erfahrungen, darunter auch eine historische Wurstküche und ein Abstecher in die nahegelegene Walhalla, teilt Dagmar in ihrem Bestager-Reiseblog.

Mehr Tipps für Familien mit Kindern in Bayern

In Regensburg waren wir mit unseren Kindern 2014 zum Auftakt unserer großen Europareise, die uns elf Monate lang über den Kontinent führte und durch die unser Reiseblog überhaupt erst entstanden ist. Inzwischen haben wir aber noch oft Urlaub in Bayern gemacht. Ein paar Ideen zum Weiterlesen:

starnberger see kuh

Bayern ist für einen Familienurlaub mit Kindern eh perfekt.

Transparenz-Hinweis: Diesen Artikel habe ich 2014 gleich im Anschluss an unseren Aufenthalt in Regensburg geschrieben. Er entstand auf eigene Veranlassung ohne jede Unterstützung. 2024 habe ich ihn aktualisiert, was Eintrittspreise und Websites angeht. 2025 habe ich den „Werbeblock“ für die Schnitzeljagden von StadtLandTour hinzugefügt. Für die Empfehlung an sich bekomme ich nichts, aber wenn über die mit * markierten Links ein Kauf zustande kommt, erhalte ich eine kleine Provision. Dafür gibt es bei mir keine nervigen Werbebanner (mehr). Ich empfehle nur Produkte, die mich überzeugen.